Dienstag, 28. Oktober 2014

Kahn glaubt an Reus-Transfer...

Kommenden Sommer kann Marco Reus den BVB verlassen. Der Nationalspieler darf wegen einer Vertragsklausel zu einem anderen Verein wechseln. Wegen dieser Regelung attackiert nun Oliver Kahn die Dortmunder – sie seien selbst schuld, sollte Reus bald weg sein.


Mario Götze ist schon da, Robert Lewandowski ebenfalls. Bald könnte in Marco Reus auch der dritte Dortmund-Star zum FC Bayern wechseln. Arjen Robben und Franck Ribéry sind schließlich nicht mehr die jüngsten Flügelspieler. Der 25-jährige Reus wäre da eine gute Alternative, ein „Transfer für die Zukunft“, wie Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus am Sonntagabend bei "Sky" sagte. Außerdem läuft es beim BVB in der Bundesliga überhaupt nicht gut, der Verein ist drauf und dran, die Zukunft in der Champions League zu verspielen.
Kahn: "Warum kann BVB keine Stars binden?"

Für den langjährigen Bayern-Torwart Oliver Kahn ist allerdings nicht der FC Bayern schuld, der dem BVB die Stars wegkauft. Kahn sieht die Schuld für den Abgang der Stars beim BVB selbst. „Man muss sich die Frage stellen, warum es Borussia Dortmund bei diesen Top-Spielern nicht schafft, sie an den Verein zu binden. Es ist ja nicht so, dass bei Dortmund nicht auch für die nächsten Jahre Riesenmöglichkeiten bestehen. Da sieht man eben, dass diese festgeschriebenen Ablösesummen hochgefährlich sind. Und die Top-Vereine, finanzkräftige Vereine wie der Madrid, Barcelona, der FC Bayern oder auch Manchester, machen dann eben mal die Portokasse auf und bezahlen mittlerweile solche Summen“, sagt Kahn in der Sendung "Sky90".


Ausstiegsklauseln sind schlecht für den BVB

Aber kann Dortmund die Abgänge der Stars überhaupt verhindern? Oder ist es unmöglich, Spieler wie Reus ohne Ausstiegsklausel zum BVB zu locken? Kahn hat eine klare Sichtweise: „Wenn man als Verein eine bestimmte Philosophie und eine bestimmte Strategie verfolgt, und das tut ja Dortmund, dann wäre es auch mal wichtig, einem Spieler zu kommunizieren, dass es diese Klauseln bei Borussia Dortmund nicht gibt. Da gibt es keine Ablösesummen, die im Vertrag stehen. Da braucht man eine gewisse Härte, und auch eine gewisse Stringenz.“

Weil der BVB diese Härte beim Kauf von Reus vor zwei Jahren aber nicht gezeigt habe, geht Kahn davon aus, dass der Dortmunder seinen Vorgängern Götze und Lewandowski macj München folgen wird: „Wenn Rummenigge sagt, dass man sich damit beschäftigt, dann ist das immer eine sehr gefährliche Aussage. Und es ist ja auch kein Geheimnis, dass der FC Bayern immer sehr daran interessiert ist, gerade die besten jungen deutschen Spieler zum Verein zu holen, das gehört ja auch zur Philosophie des FC Bayern.“

Sonntag, 26. Oktober 2014

Hummels attackiert Weidenfeller...

Borussia Dortmund versucht, die neuerliche Pleite gegen Hannover 96 zu erklären, wirkt dabei jedoch zunehmend ratlos. Die Qualifikation für die Champions League wird bereits abgehakt, bei zwei Führungsspielern rumort es.



Die Zahlen sind verheerend. Die vierte Niederlage in Folge – das gab es zuletzt vor 14 Jahren. Schon die sechste Pleite in der laufenden Saison - so viel wie keine andere Bundesliga-Mannschaft. Nur zwei Mal ist Borussia Dortmund schlechter in eine Bundesliga-Saison gestartet.

Trotz zahlreicher guter Möglichkeiten verlor der BVB am Samstagnachmittag gegen Hannover 96 mit 0:1. "Wir haben vier oder fünf Hundertprozentige, aber die Bälle nicht reingeschossen", haderte ein konsterniert wirkender BVB-Coach. "Solche Spiele könnten dazu führen, dass man sagt, es hat alles keinen Sinn mehr. Aber wir werden weiterkämpfen", sagte Jürgen Klopp.

Doch kämpfen allein scheint momentan nicht zu reichen. Spiel um Spiel verliert Dortmund trotz vermeintlicher Überlegenheit. Die Erklärungsversuche zeugen von großer Ratlosigkeit. „Wir waren gegen keine Mannschaft schlechter und verlieren trotzdem ein Spiel nach dem anderen. Das ist nicht zu erklären“, sagte Mats Hummels nach dem Spiel.


Hummels: "Ball war lange in der Luft!"


In der Ursachenfindung beim einzigen Gegentor durch Hiroshi Kiyotakes Freistoß wird Hummels konkreter: „Der Ball ist wirklich sehr lang geflogen. Ich war sehr überrascht, als der ins Tor geflogen ist“, erklärte der Kapitän nach der Partie. Das war eine klare Spitze gegen Torwart Roman Weidenfeller. Zoff unter den Führungsspielern - zerfleischt sich die Borussia jetzt selbst?

Dissonanzen innerhalb des Kaders wollte zumindest Klopp nicht gelten lassen. "Es liegt nicht daran, dass irgendeiner mit irgendwem in der Mannschaft nicht kann. Die gängigen Erklärungen greifen nicht.“

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Wieder muss Dortmund den Liga-Frust in der Champions League bewältigen...

Wann endet die Misere? Wieder muss Dortmund den Liga-Frust in der Champions League bewältigen. In der größten Krise der Ära Jürgen Klopp wirkt auch der Trainer angefasst. Vor der Partie gegen Galatasaray erhöht er den Druck auf das Team.




Sicher, in der Champions League hat Borussia Dortmund derzeit die geringsten Sorgen. Nach zwei Gruppenspielen und zwei Siegen (5:0 Tore) ist der Wettbewerb mit Europas Besten der mit dem größten Wohlfühlfaktor für den in der Bundesliga taumelnden Vizemeister. Doch längst haben die bitteren Eindrücke aus dem Liga-Alltag ihre Spuren hinterlassen. Allen voran bei Jürgen Klopp, der am Abend vor der Partie natürlich alles tat, um zu betonen, wie passend es sei, am Mittwoch das nächste Pflichtspiel absolvieren zu müssen: "Wir wollen jede Minute Fußball nutzen, um nach vorne zu kommen. Und wenn es in der Champions League ist."

Es ist verständlich, dass der Coach so spricht. Dennoch darf man annehmen, dass Klopp nur zu gerne die Woche in Dortmund genutzt hätte, um an der Abstimmung und den Automatismen einer Mannschaft zu arbeiten, die dem Erfolgscoach (Meister 2011 und 2012, DFB-Pokalsieger 2012) inzwischen Rätsel aufgibt. Entsetzt, beinahe schockiert wirkte der 47-Jährige nach dem 1:2 am vergangenen Samstag in Köln, der bereits fünften Bundesliga-Niederlage in acht Partien.

Nun sagt er, dass seine Ansprache ans Team nach der Köln-Pleite "deutlich lauter, klarer und fordernder" wurde. Klopp weiß, dass er jetzt Lösungen präsentieren muss, am dringendsten in der Bundesliga. Dafür wird die Partie am Mittwoch nun zum Testlauf. "Wir müssen sehr gut verteidigen. Meine Erwartung ist, dass wir das auch auf den Platz bringen und uns dadurch Sicherheit holen."

Gelingt das, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es für seine Elf eine angenehme Rückreise nach Deutschland wird. Eine außergewöhnliche (FC Arsenal) und eine gute (Anderlecht) Leistung versetzen die Borussia schließlich in eine ambivalente Lage: Ein weiterer Erfolg in der Türkei und das Champions-League-Achtelfinale wäre bereits ganz nahe. Vorfreude ist trotzdem kaum spürbar. Beim BVB weiß man nur zu gut, dass nach den ersten beiden Gruppenspielen kein positiver Effekt in der Bundesliga zu sehen war.

Deshalb soll beim türkischen Rekordmeister auch fortgeführt werden, was zuletzt in Köln immerhin ansatzweise funktionierte: die Integration der lange verletzten und spielerisch so wichtigen Marco Reus und Henrich Mchitarjan. Gemeinsam mit Shinji Kagawa soll im Mittelfeld wieder Zielstrebigkeit und Sicherheit, noch so ein Problem des BVB, erkennbar werden. Ob der nach 14-monatiger Verletzungspause genesene Gündogan wieder zur Startelf gehört, ist fraglich.

Das Spiel in Istanbul komme zum richtigen Zeitpunkt, sagte Klopp am Dienstag. Doch egal wie die Partie verläuft, egal wie sie ausgeht: Bis zum kommenden Samstag ist keine echte Neubewertung der Dortmunder Lage zulässig. Beim Anpfiff des Bundesliga-Heimspiels gegen Hannover 96 um 15.30 Uhr hat der BVB vorerst die Krise wieder.


Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Galatasaray: Muslera - Veysel Sari, Chedjou, Semih, Tarik - Felipe Melo, Selcuk Inan - Olcan, Sneijder, Dzemaili - Burak

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Sokratis, Hummels, Großkreutz - S. Bender, Kehl - H. Mkhitaryan, Kagawa, Reus - Ramos